Stromverbrauch von RAM

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Generell halten sich die Hersteller mit Angaben zu diesem Thema sehr zurück, und auch von den Chipherstellern sind meist nur Vergleichsangaben zur Vorgängergeneration zu haben. -20% Verbrauch sagen aber natürlich nur dann etwas aus, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt auch eine absolute Angabe vorliegt. Nur dann lässt sich überhaupt entscheiden, ob ein Bauteil (wie RAM) relevantes Einsparpotential bietet. Auch die HDD- und Power-LED könnte schließlich optimiert werden, nur fällt deren Verbrauch gegenüber der CPU ohnehin nicht auf...

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Größenordnung

Kingston veröffentlicht als einer der wenigen Herstellern Datenblätter mit Leistungsangaben. Auf ValueRAM Datasheets stehen die PDFs zum Download. So zeigt sich, dass beispielsweise ein DDR3-SODIMM-Modul mit 1,140 W spezifiziert ist. In aktuellen Notebooks kann der RAM also durchaus ein Zehntel des Gesamtverbrauchs ausmachen, neben den bekannten großen Posten CPU, Display und Festplatte/SSD. Bei Desktopsystemen oder gar Servern ist der Verbrauch dagegen nahezu vernachlässigbar. Selbst im 24GB-Kit DDR3-1333 ECC Reg mit 3x 36 Speicherchips werden nur 13,1 Watt verbraten. Das fällt bei Gesamtverbräuchen jenseits der 1000 Watt nun weder auf, noch bietet es nennenswert Einsparpotential. Bei stromsparenden Desktops und HTPCs kann der Verbrauch unter Umständen interessant werden, spielt aber allgemein eine eher kleine Rolle.

[Bearbeiten] Laptops

Für den Mobilbereich noch eine Anmerkung: Hier lohnt es sich, auf aktuelle Chips zu setzen. Das 2GB-Modul [1] (DDR3) mit 16 Speicherbausteinen (je 1 Gbit) benötigt 1,2 Watt, während das gleichgroße Modul [2] mit nur 8 Chips (je 2 Gbit) lediglich 0,6 Watt verbraucht. Selbiger Speicher macht dann auch erst 4GB-Module möglich, da bei SODIMM eine Größen- und Höhenbeschränkung gilt, und daher nicht mehr als 16 Chips pro Modul möglich sind. Das 4GB-Modell [3] verbraucht dann übrigens 1,14 Watt, also etwas weniger als 2x2GB. Die Differenz geht auf die eingesparte Verwaltung zurück, die bei einem Modul natürlich nur einmal verbaut werden muss, bei 2x2GB dagegen doppelt vorhanden ist. Andererseits bieten zwei Module eventuell Performance-Vorteile durch den DualChannel-Modus. Die Aufteilung der thermischen Last ist bei dieser Größenordnung hingegen vernachlässigbar, außerdem ist keine Übertaktung zu erwarten (-> Heatspreader unnötig).

Erkennen lässt sich ein aktuelles Modell am ehesten im Ladengeschäft, da die reinen Angaben zur Modulkonfiguration nicht unbedingt eindeutig und gerade in Shops auch oftmals nicht bindend sind. SODIMM-Module mit der derzeit maximal möglichen Kapazität besitzen 16 Speicherbausteine, Module mit der halben Kapazität 8 Stück, entweder beidseitig halb, oder einseitig voll bestückt. Module mit nur 4 Speicherbausteinen sind quasi nicht zu finden, daher scheiden Speichergrößen unterhalb der Hälfte des technisch machbaren unter diesen Umständen aus. Unter gebrauchten Speichermodulen ist aktuelle Technik auch meist erst dann zu finden, wenn bald der nächste Technologiewechsel ansteht.

Bei dem bereits erwähnten Pärchen von 2GB-Modulen mit einmal 8 und einmal 16 Chips lautet die Konfiguration in beiden Fällen 256M x 64-Bit. Erst in den Tiefen des Datenblatts ist dann die Rede von 8 x 256M x 8-bit (8 Chips á 256 Mbit) bzw. 16 x 128M x 8-bit (16 Chips á 128 Mbit). Solche Datenblätter sind außerdem eher selten, der Unterschied also oftmals auch gar nicht erkennbar. Letzteres Modul bildet die nach außen hin sichtbaren je 256 Mbit auf 8 Modulen also intern in 2x128 Mbit ab, während ersteres ohne solche Tricks auskommt. Da die Organisation eines Moduls heute kaum mehr eine Rolle spielt (anders als bei SDRAM und früher), bleibt heute "nur" noch der Verbrauchsnachteil aufgrund älterer Technik bestehen.

[Bearbeiten] Technologischer Fortschritt

Außerdem ergeben sich Vorteile durch neuere Interface-Generationen, die aber meistens mit einer umfangreichen Neuanschaffung ein Sachen Hardware einhergehen. Die Einsparmöglichkeiten von DDR3-Speicher sind natürlich für Besitzer eines DDR2-Notebooks wenig interessant. Ein Vergleich zeigt aber dennoch den Fortschritt durch die stetig sinkende Betriebsspannung. Zur Vergleichbarkeit sollte möglichst ähnliche Technik gewählt werden, also neben gleicher Modulanzahl und ähnlicher Taktung/Timings auch das Topmodell der älteren Generation, sowie das Erstmodell der neueren Generation:

  • 2GB DDR3-1333 CL9 [4] vs. DDR2-800 CL6 [5]: 1,2 W <-> 1,6 W
  • 1GB DDR2-800 CL6 [6] vs. DDR-400 CL3 [7]: 1,8 W<-> 5,4 W

Bei einer Bestückung von 2GB spart ein DDR3-Notebook gegenüber einem DDR1-System also rein durch die neuere Arbeitsspeichertechnologie 9,6 Watt unter Last ein!

[Bearbeiten] Tests

Hardwareluxx hat DDR3-Riegel (2x 4GB) verglichen und dabei Unterschiede von bis zu 7 Watt festgestellt. Dabei wurde die Spannung zwischen 1,20V und 1,75V variiert.

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